“1000 Ausbildungsplätze für die CeBIT” - mit diesem Motto traten die Partnerschaft für Lehrstellen und TeamArbeit für Deutschland auf der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hannover an. Eine Woche wurde in der niedersächsischen Landeshauptstadt für mehr Ausbildung getrommelt. Ganze tausend Plätze wurden es dann nicht, aber trotzdem ist das Ergebnis “sehr zufrieden stellend”, so der Vorsitzende von Partnerschaft für Lehrstellen, Peter Schürmann. “Knapp 700 Ausbildungsplätze wurden uns gemeldet”, so Schürmann, der jetzt mit seinem Team die Messekontakte nachbereiten muss. “Zahlreiche Lehrstellenzusagen trudeln jetzt erst nach der Messe ein”, berichtet Schürmann, “da wir die Personalverantwortlichen erst jetzt erreichen können.” Als Türöffner habe sich die Messe aber bewährt, versichert der PfL-Vorsitzende.
Mit zahlreichen Talkrunden, dem Einsatz der “Lehrstellenscouts” und der Unterstützung von Hit-Radio Antenne hatten PfL und TeamArbeit auf der Computermesse das Thema Ausbildung auf die Agenda gesetzt. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement besuchte den Messestand ebenso wie Bundestags- und Landtagsabgeordnete von CDU, SPD, FDP und PDS, ebenso Unternehmervertreter und Gewerkschafter.
Während der ganzen Messe waren die Lehrstellenscouts von PfL auf dem Gelände unterwegs und sprachen Messebesucher und Aussteller an. Am Messestand konnten Interessierte spontan freie Ausbildungsplätze melden, suchenden Jugendlichen standen die eingeworbenen Lehrstellen direkt online über die Lehrstellenbörse www.lehrstellenfuchs.de zur Verfügung. “Wichtig ist uns die Transparenz”, erzählt Schürmann, “wir wollen die eingeworbenen Lehrstellen direkt an die suchenden Jugendlichen weitergeben”. Zahlreiche Unternehmer erklärten sich auch spontan bereit, noch zusätzliche Ausbildungsplätze bereitzustellen.
Unterstützung gab es auch von prominenten Sportlern: Die Spieler vom Bundesligisten VfL Wolfsburg und der Eishockey-Mannschaft Hannover-Scorpions statteten dem Messestand einen Besuch ab.
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18 Schüler mit Ausbildungsplatz
Salzgitter-Zeitung, Donnerstag, 27.05.2004
Zwischenbilanz von Partnerschaft für Lehrstellen
SALZGITTER. Schon seit März läuft wieder das Salzgitter-Projekt. Die von Partnerschaft für Lehrstellen (PfL) initiierte Aktion bemüht sich darum, Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz doch noch
einen Lehrvertrag zu vermitteln – in Kooperation mit der Stadt Salzgitter, der Arbeitsagentur, Verbänden und Initiativen aus der Region.
“Zunächst brauchen wir einen konkreten Überblick über die Situation in diesem Jahr”, sagt Vereinsvorsitzender Peter Schürmann. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Statistik der Stadt Salzgitter wurde unter allen Schulabgängern eine Datenerhebung durchgeführt. Schürmann: “Wir wollen wissen, wer eine Lehre machen will, wer schon eine Lehrstelle hat und wer noch unversorgt ist.”
Ungeachtet der zu erwartenden Ergebnisse ginge man, so Vorsitzender Schürmann, von deprimierenden Zahlen aus – das zeichnete sich bereits in einer Vorab-Erhebung durch PfL ab.
Jobs für achtzehn Schüler
Mit insgesamt 303 Schülern haben die Mitarbeiter von Partnerschaft für Lehrstellen in den letzten Wochen bereits eine Online-Bewerbung in der vereinseigenen Internet-Datenbank Lehrstellenfuchs.de durchgeführt. Von bisher 115 betreuten Schulabgängern haben mit Hilfe des Salzgitter-Projektes und der Azubithek noch achtzehn Schüler einen Ausbildungsplatz in der Region Salzgitter/Braunschweig/Wolfenbüttel erhalten können. Immerhin: Für weitere dreizehn Schüler konnten bereits Vorstellungsgespräche vermittelt werden. Dennoch bleiben momentan rund 50 Prozent der bisher betreuten Schüler unversorgt.
Appell an Unternehmen
Schürmann appelliert eindringlich an alle Unternehmen in Salzgitter, doch noch zusätzliche Ausbildungsplätze einzurichten oder sich für einen neu zu schaffenden Ausbildungsplatz zu entscheiden. Betrieben, die sich nicht sicher sind, ob sie ausbilden können, gibt der Verein auf Anfrage Hilfestellung.
Schürmann: “Mit vereinten Kräften gelingt es uns immer wieder, den einen oder anderen doch noch in einem zusätzlichen Ausbildungsverhältnis unterzubringen.” Lobend äußert sich der Vorsitzende über das Engagement vieler Unternehmer der Region: “Viele zeigen doch angesichts der schlechten Lage auf dem Lehrstellenmarkt soziale Verantwortung und richten noch Ausbildungsplätze ein. Das ist der richtige Weg.” vb
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WDR 4 berichtet über PfL
Für viele seiner ehemaligen Schüler ist der Haupt- und Realschullehrer Peter Schürmann wahlweise Star, Held oder Idol. Der gebürtige Bochumer hat neben seiner Arbeit - Lehrer und Konrektor im niedersächsischen Salzgitter - dazu beigetragen, dass Tausende von Jungen und Mädchen eine Lehrstelle gefunden haben. Zunächst kümmerte er sich um seine Hauptschul-Abgangsklasse, später gründete er den Verein “Partnerschaft für Lehrstellen”. Mittlerweile betreibt der Verein eine Lehrstellenbörse im Internet mit bundesweiten Vermittlungserfolgen. Arndt Möller hat mit Peter Schürmann gesprochen, aber auch mit Personalchefs und Lehrlingen, die von der ehrenamtlichen Arbeit des engagierten Lehrers profitieren.